Kategorie: ISO 45001

Erteilung der Akkreditierung für die Norm DIN ISO 45001 durch die DAkkS GmbH

Wie bereits am 23.05.2018 auf unserer Webseite dargestellt, wurde als Folgenorm zur BS OHSAS 18001 „Arbeits- und Gesundheitsschutz-Management“ die Norm ISO 45001 und in deutschsprachiger Übersetzung als DIN ISO 45001 „Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA-MS)“ im Juni 2018 veröffentlicht.

Die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH hat der AssZert Zertifizierungsgesellschaft mbH mit Akkreditierungsbescheid vom 11.03.2019 die Akkreditierung als Zertifizierungsstelle für Managementsysteme auch in diesem Bereich erteilt.

Wesentliche Grundlage der Erweiterung ist das Dokument der International Accreditation Forum, Inc. IAF MD 22:2018. Dieses Dokument ist von der DAkkS GmbH als Regel 71 SD 6 062 „Anwendung der ISO/IEC 17021-1 für die Zertifizierung von Managementsystemen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA-MS)“ mit Stand 16. Juli 2018 veröffentlicht worden.

Auswirkungen auf die vertragliche Basis zwischen AssZert und der zu zertifizierenden Organisation

Das Dokument 71 SD 6 062, als Grundlage für die zukünftigen SGA-Zertifizierungs­verfahren, beinhaltet die folgenden beiden wesentlichen Änderungen bzw. Konkretisierungen bzgl. der vertraglichen Regelungen zwischen der zu zertifizierenden Organisation und der Zertifizierungsstelle:

  • G 8.5.3 Die rechtlich durchsetzbaren Vereinbarungen müssen sicherstellen, dass der zertifizierte Kunde unverzüglich die Zertifizierungsstelle über das Auftreten eines schwerwiegenden Vorfalls oder einen Verstoß gegen die Vorschriften informiert, sobald das Einbeziehen der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich ist.
  • G 9.6.5.2 Informationen zu Zwischenfällen wie einem schweren Unfall oder einem schweren Verstoß gegen rechtliche Verpflichtungen, der das Hinzuziehen der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich macht, …. liefern der Zertifizierungsstelle die Entscheidungsgrundlage zur Bestimmung der zu ergreifenden Maß Dies bezieht in Fällen, wo ein schweres Versagen des Systems bei der Einhaltung der SGA-Zertifizierungsanforderungen nachgewiesen werden kann, auch eine Aussetzung oder ein Entzug der Zertifizierung mit ein. Diese Anforderungen müssen ein Bestandteil der Zertifizierungsvereinbarungen zwischen der KBS und der Organisation sein.

Auswirkungen auf die Aktivitäten vor der Zertifizierung

Das Dokument 71 SD 6 062 fordert zudem eine erweiterte Kommunikation im Rahmen der Antragstellung von der zu zertifizierenden Organisation:

G 9.1.1 Die der Zertifizierungsstelle vom autorisierten Vertreter der antragstellenden Organisation zur Verfügung gestellten Informationen zu ihren Prozessen und Tätigkeiten müssen auch

  • die Identifizierung der mit den Prozessen einhergehenden wichtigsten Gefahren und
  • der SGA-Risiken,
  • die in den Prozessen hauptsächlich verwendeten Gefahrgüter und
  • alle relevanten Rechtsvorschriften, die aus der anwendbaren SGA-Organisation stammen,

enthalten.

Fazit

Mit diesen Änderungen bzw. Konkretisierungen der Anforderungen vor und in den SGA-Zertifizierungsverfahren wird die Kommunikation zwischen der antragstellenden Organisation und der Zertifizierungsstelle – im Sinne der Transparenz – auf ein höheres Niveau der Zusammenarbeit gestellt.

Das zertifizierte Unternehmen hat somit die Zertifizie­rungs­stelle über das Auftreten eines schwerwiegenden Vorfalls zu informieren (dies sind z. B. Arbeitsunfälle mit schwerwiegenden Personenschäden) oder über einen Verstoß gegen geltende rechtliche Vorschriften und Regelungen (Arbeits- und Gesundheitsschutzrecht), sobald das Einbeziehen der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich wird. Auf Grundlage dieser Informationen entscheidet die Zertifizierungsstelle über die weitere Vorgehensweise.

Diese Vorgehensweise fördert die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten sowie derjenigen Personen, die im Auftrag der Organisation Tätigkeiten durchführen oder denen, die Zugang zu den Arbeitsplätzen in der Organisation haben (z. B. Besucher, Personen von interessierten Parteien etc.).

Auditierung von Managementsystemen: Die aktualisierte Norm DIN EN ISO 19011

Nach 7 Jahren ist nun auch die Norm DIN EN ISO 19011 in der neuen Ausgabe Oktober 2018 erschienen:

Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen

Die Überarbeitung wurde durch die Aktualisierung der Managementnormen für Qualität (ISO 9001:2015), Umweltschutz (ISO 14001:2015) und Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ISO 45001:2018) erforderlich.

Diese Norm ist „nur“ ein Leitfaden!

Dieser Hinweis hat eine besondere Bedeutung:
Im Rahmen von Zertifizierungsverfahren kann Ihre Zertifizierungsstelle keine Anforderungen daraus für Ihr Managementsystem ableiten.

Diese Norm stellt jedoch eine umfassende Handlungsempfehlung für die effiziente und effektive Planung, Durchführung, Bewertung und Verbesserung von Auditprogrammen in Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen dar!

 

Der P-D-C-A-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) erhält eine neue Bedeutung
für die Organisation der internen Audits!

Was bedeutet das konkret und was ist die wichtigste Änderung?

Die systematische Berücksichtigung von Risiken und Chancen im Audit wird empfohlen – gegenüber der Vorläufernorm von 2011 eine wesentliche Neuerung.

Unter diesem Aspekt erhält auch der P-D-C-A-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) eine neue Bedeutung für die Organisation der internen Audits!

 

Welche Konsequenz haben nun Risiken und Chancen im Management von Audits?

Im P-D-C-A-Zyklus kann die Berücksichtigung von Chancen und Risiken folgendes bedeuten:

  • Bei Änderungen des Umfelds der Organisation oder bei ihren Tätigkeiten sollten die Risiken und Chancen bei der Planung des Auditprogramms berücksichtigt werden.
  • Die Erstellung des Auditprogramms sollte unter Berücksichtigung derjenigen Risiken und Chancen erfolgen, die das Erreichen des Auditziels beeinflussen können.
  • Während der Auditdurchführung sollte sich der Auditor bzw. das Auditteam vergewissern, dass die Risiken und Chancen des beurteilten Prozesses angemessen bestimmt wurden und gesteuert werden.
  • Werden durch den Auditor bzw. das Auditteam neue Risiken und Chancen wahrgenommen, sollte dies auch entsprechend im Abschlussbericht des Audits behandelt werden.
  • Die Schlussfolgerungen, die nach dem Audit aus den Feststellungen zu ziehen sind, sollten vor dem Hintergrund der Risiken und Chancen eingestuft werden.


Als Konsequenz daraus, sollte die Kompetenz der Auditoren und Auditleiter auch Grundlagen, Methoden und Techniken zu Risiken und Chancen umfassen!

 


AssZert wird im 1. Quartal 2019 zur neuen Ausgabe der Norm DIN EN ISO 19011:2018 ein Tagesseminar anbieten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei uns per E-Mail unter asszert@asszert.de.
Wir merken Sie gerne vor!

Seminar zur neuen Norm DIN ISO 45001:2018

Am 12. März 2018 hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) die neue Norm ISO 45001 veröffentlicht.
Nun ist die deutsche Fassung der Norm erschienen:

DIN ISO 45001:2018-06 „Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“

Bei dieser Neuausgabe für SGA-Managementsysteme handelt es sich nicht um geringfügige redaktionelle Änderungen gegenüber der Vorläufernorm (BS OHSAS 18001 Arbeits- und Gesundheitsschutz- Managementsysteme), sondern um entscheidende inhaltliche Änderungen und Ergänzungen.

Zudem wurde ein neuer struktureller Aufbau der Norm gegenüber der Vorläufernorm BS OHSAS 18001 gewählt und geänderte Begriffe eingeführt, um den gleichen Aufbau und Sprachgebrauch in der Familie der Organisationsnormen zu fördern.

Was das für Sie und Ihre Organisation bedeutet, wollen wir in einem eintägigen Seminar vermitteln und gemeinsam mit Ihnen diskutieren.

Die Referenten sind langjährige Auditoren der Zertifizierungsstelle AssZert, also Personen, die sich mit der Thematik bereits im Rahmen der Normenentwicklung und aus eigener Erfahrung intensiv damit beschäftigt haben.

Das Seminar soll Ihnen Kenntnisse für die Weiterentwicklung Ihres Managementsystems vermitteln und Sie auf die neu gestellten Anforderungen praxisorientiert vorbereiten.

Am Ende dieses Intensivseminars können Sie u. a. folgende Fragen beantworten:

  • Wie wird sich unser bestehendes AMS- bzw. SGA-Managementsystem weiterentwickeln, welche Dokumente, Prozesse und Verantwortungen werden sich ändern?
  • Welche neuen Anforderungen der Norm bestehen und sind umzusetzen?
  • Was entfallt gegenüber der Vorläufernorm – welche Auswirkungen hat das auf unser Managementsystem?
  • Welche zeitlichen Fristen sind für erteilte Zertifikate im Rahmen des Übergangs zu beachten?
  • Welche Auswirkungen wird die Norm auf laufende Zertifizierungsverfahren haben?

Termine und Ort der Veranstaltung sowie die Teilnahmegebühr entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular.
Dieses steht Ihnen als Download zur Verfügung.

 

Über Ihre Teilnahme an einem der Termine würden wir uns sehr freuen!


   Download Anmeldeformular (PDF)

Wechsel von der Norm BS OHSAS 18001 zur DIN ISO 45001

Nun ist es bald soweit: Der bewährte Standard BS OHSAS 18001 mit den Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsysteme (A&G-Managementsystem) soll im März 2018 durch die DIN ISO 45001 abgelöst werden.

Selbstverständlich wird die DIN ISO 45001 nach dem aktuellen „High-Level-Structure“ strukturiert werden. Damit fügt sich die Norm in die Reihe der aktualisierten Managementnormen DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagementsysteme) und DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme) ein, die beide im Jahre 2015 neu veröffentlicht worden sind.


Was gibt es Neues gegenüber der Norm BS OHSAS 18001?

Neben der neuen Struktur und den damit verbundenen neuen Anforderungen zum Kontext, den interessierten Parteien, Risiken und Chancen wird das Thema Konsultation und Beteiligung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und deren Vertretungen auf ein völlig neues Niveau gehoben.

Im Abschnitt 5.4 „Konsultation und Beteiligung von Beschäftigten“ sind die Anforderungen aufgeführt. Unter 3.4 und 3.5 sind die Definitionen zu finden:

– Beteiligung ist demnach die Einbeziehung in die Entscheidungsfindung,
– Konsultation das Einholen von Ansichten, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Die Unternehmen, die nach der DIN ISO 45001 zertifiziert werden wollen, müssen dazu einen oder mehrere Prozesse festlegen, umsetzen und aufrechterhalten.

Eine Konsultation der Beschäftigten muss z. B. zur A&G-Politik, zur Festlegung von Rollen und Verantwortlichkeiten, zur Festlegung der A&G-Ziele oder zum Auditprogramm erfolgen.

Eine Beteiligung, also eine Einbeziehung in den Entscheidungsprozess, muss z. B. zu den Gefährdungsbeurteilungen und den daraus abgeleiteten Maßnahmen nachvollziehbar sein. Auch bei der Ausgestaltung von Kommunikationsprozessen im Unternehmen muss eine Beteiligung der Beschäftigten nachweisbar sein.

Die neue Norm wird an Unternehmen und Zertifizierungsstellen gleichermaßen hohe Anforderungen stellen. Wie bei den anderen Managementnormen wird es eine Übergangsfrist von 3 Jahren geben. Die BS OHSAS 18001-Zertifikate werden voraussichtlich bis längstens März 2021 gültig sein.

Arbeits- und Gesundheitsschutz: Die Norm ISO 45001 erscheint voraussichtlich erst Anfang 2017

Die für die zweite Hälfte des Jahres 2016 erwartete Arbeits- und Gesundheitsschutznorm ISO 45001 wird voraussichtlich erst Anfang des Jahres 2017 veröffentlich werden!

Die ISO 45001 wird die Norm BS OHSAS 18001:2007 „Arbeits- und Gesundheitsschutz – Managementsysteme“ ablösen.

Der Norm-Entwurf DIN ISO 45001:2016-03 ist beim Beuth-Verlag erhältlich.

Auch nach der Veröffentlichung der ISO 45001 wird AssZert noch Zertifizierungsverfahren nach BS OHSAS 18001 durchführen (voraussichtlich für den halben Zeitraum der Übergangsfrist).

Beschlüsse und Übergangsregelungen werden dazu von der DAkkS GmbH veröffentlicht.

Die Übergangsfrist sollten Unternehmen nutzen, um sich mit den neuen Anforderungen zum Managementsystem für den Arbeits- und Gesundheitsschutz auseinanderzusetzen.

AssZert wird rechtzeitig zur neuen Norm ISO 45001 Schulungs-/Informationsseminare anbieten.