Schlagwort: Energiemanagement

Weiterentwicklung der Normen: Die aktualisierte Norm DIN EN ISO 50001

Mit Stand Dezember 2018 ist die Organisationsnorm für den Bereich Energiemanagement aktualisiert worden: Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

Ziele der Aktualisierung der DIN EN ISO 50001:2018

Das wesentliche Ziel der Aktualisierung ist die Anpassung der strukturellen und inhaltlichen Aspekte an andere Organisationsnormen, z: B. für Qualität (ISO 9001), Umweltschutz (ISO 14001) sowie für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ISO 45001).

Ferner wurden die von den Anwendern gewünschten Aspekte des betrieblichen Einsatzes berücksichtigt.

Änderungen in der DIN EN ISO 50001:2018

Mit Aufnahme der folgenden, neuen Anforderungen wurde das Ziel erreicht:

  • Berücksichtigung des Umfelds des Unternehmens bei der Planung eines Managementsystems; Abschnitt 4.1 „Themen“ und 4.3 „Anwendungsbereich“
  • Bestimmung der interessierten Parteien des Unternehmens sowie deren relevante Anforderungen; Abschnitt 4.2 „Interessierte Parteien“,
  • Einführung des risiko- und chancenbasierten Ansatzes im Rahmen der Strategiebetrachtung und im Rahmen der Prozesse (Abschnitt 6.1 „Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen“; Umfeld des Unternehmens, Anforderungen der interessierten Parteien und Tätigkeiten und Prozesse der Organisation)
  • Konkretisierung der internen und externen Kommunikation

Anforderungen an dokumentierte Information in der DIN EN ISO 50001:2018

  1. Vorgabedokumente (dokumentierte Information, die aufrecht zu erhalten ist):
  • Anwendungsbereich und Grenzen des Energiemanagementsystems (Abschnitt 4.3)
  • Aktionspläne zum Erreichen der Ziele und der Energieziele (Abschnitt 6.2.3)
  • Verfahren und Kriterien, die bei der Ausführung der energetischen Bewertung verwendet werden (Abschnitt 6.3)
  • Verfahren zur Bestimmung und Aktualisierung der Energieleistungskennzahlen (Abschnitt 6.4)
  1. Nachweisdokumente (dokumentierte Information, die aufzubewahren ist):
  • Aufzeichnungen zu den Zielen und den Energiezielen (Abschnitt 6.2.2)
  • Aufzeichnungen über Aktionsplänen zu den Zielen und den Energiezielen (Abschnitt 6.2.3)
  • Aufzeichnungen zu den Ergebnissen der Verfahren, die bei der Ausführung der energetischen Bewertung angewendet werden (Abschnitt 6.3)
  • Aufzeichnungen zu den Ergebnissen der Überprüfung der Energieleistungskennzahlen und Vergleich dieser mit der energetischen Ausgangsbasis (EnB) (Abschnitt 6.4)
  • Aufzeichnungen zur energetischen Ausgangsbasis (EnB), zu Daten relevanter Variablen und zur Modifikation der energetischen Ausgangsbasis (EnB) (Abschnitt 6.5)
  • Aufzeichnungen zur Messung und Überwachung und zu anderen Mitteln zur Feststellung von Genauigkeit und Wiederholbarkeit (Abschnitt 6.6)
  • Aufzeichnungen als Nachweis der Kompetenz für Personen, die Tätigkeiten verrichten, welche die energiebezogene Leistung und das EnMS beeinflussen (Abschnitt 7.2)
  • Aufzeichnungen zu den Auslegungstätigkeiten, die mit der energiebezogenen Leistung im Zusammenhang stehen (Abschnitt 8.2)
  • Aufzeichnungen über Ergebnisse der Untersuchung und Reaktionen auf wesentliche Abweichungen in der energiebezogenen Leistung (Abschnitt 9.1.1)
  • Aufzeichnungen zu den Ergebnissen der Überwachung und Messung (Abschnitt 9.1.1)
  • Aufzeichnungen zu den Ergebnissen der Bewertung der Einhaltung und aller ergriffenen Maßnahmen über rechtliche und andere Anforderungen bezüglich der Energieeffizienz, des Energieeinsatzes, des Energieverbrauchs und des Energiemanagementsystems (Abschnitt 9.1.2)
  • Aufzeichnungen als Nachweis über die Verwirklichung des Auditprogramms und der Ergebnisse der internen Audits (Abschnitt 9.2.2)
  • Aufzeichnungen über Ergebnisse der Managementbewertung (Abschnitt 9.3.4)
  • Aufzeichnungen über die Art der Nichtkonformität sowie ergriffener Folgemaßnahmen (Abs10.1)
  • Aufzeichnungen über Ergebnisse jeglicher Korrekturmaßnahmen (Abs10.1)

Soweit ein erster Überblick!

 

Fazit:

Für diejenigen Anwender der DIN EN ISO 50001:2018, die sich mit den eingangs aufgeführten Normen für Qualität, Umweltschutz sowie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit auskennen, wird es einfacher!

Für diejenigen Anwender der DIN EN ISO 50001:2018, die erstmals mit der neuen Struktur und den ergänzten Inhalten konfrontiert werden, ist der Mehraufwand nicht unerheblich.

Die Systematik der neuen DIN EN ISO 50001:2018 fördert das energieeffiziente Denken und die Integration der Managementsysteme in den Unternehmen!

Bestätigung der DAkkS GmbH für die Akkreditierung nach der Norm DIN ISO 50003 im Oktober 2017

Mit der zunehmend internationalen Bedeutung des Themas Energieeffizienz hat die Normungsorganisation ISO weitere Normen in der 50000er Reihe aufgelegt und mit der ISO 50003:2014 „Energy management systems–Requirements for bodies providing audit and certification of energy management systems“ ein internationales Regelwerk für Zertifizierungsstellen herausgegeben.

Die Norm ISO 50003 stellt lediglich Anforderungen an die Zertifizierungsstellen; jedoch keine Anforderungen an die zu zertifizierenden Unternehmen.

Eine wesentliche Änderung zum bisherigen Zertifizierungssystem geht mit der Einführung sog. „Technischer Bereiche“ einher. Die neue Unterteilung nach technischen Bereichen setzt eine differenzierte Kompetenzsystematik im Zertifizierungsverfahren voraus, d.h. Auditoren müssen für die jeweiligen Bereiche qualifiziert und ausgewählt werden. Diesen neuen, höheren Anforderungen hat sich AssZert gestellt.

Die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) hat der AssZert Zertifizierungsgesellschaft mbH mit Akkreditierungsbescheid vom 11.10.2017 die Akkreditierung als Zertifizierungsstelle für Managementsysteme auch in diesem Bereich erteilt.

Eine weitere Änderung betrifft die Kalkulation dieser Verfahren, die u. a. das energiewirksame Personal und den Energieverbrauch berücksichtigt. Damit besteht für Unternehmen die Möglichkeit, dass die Prüfaufwendungen geringer ausfallen.

Ist die Umstellung für bestehende ISO 50001-Verfahren, die vor dem 11.10.2017 begonnen wurden, sinnvoll?

Grundsätzlich können die Zertifizierungsverfahren unverändert bis zur nächsten Re-Zertifizierung bestehen bleiben. Eine Umstellung ist im Rahmen von Überwachungsaudits und unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Zertifizierungsstelle möglich.

Ob es für Ihr Unternehmen einen Vorteil bedeutet, bedarf einer individuellen Betrachtung.

Sprechen Sie uns an – wir stimmen die weitere Vorgehensweise mit Ihnen im Detail ab!